Tagung zur Schulverpflegung am 05.10.2010

Tagung zur Schulverpflegung am 05.10.2010

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung hatte die Federführung übernommen, aber auch die Experten von DGE, Verbraucherzentrale Niedersachsen, Akademie des Sports und Landesvereinigung für Gesundheit sowie Akademie für Sozialmedizin waren als Organisatoren mit dabei. „Schulverpflegung in Bewegung – Qualität ist machbar“ lautete der motivierende Titel der Tagung. Wie eine gesicherte Qualität zu erreichen und zu prüfen ist, erfuhren die teilnehmenden Lehrer, Schulleiter, Schulträger und Beratungskräfte in einem abwechslungsreichen Mix aus Vorträgen, Gesprächsrunden und Impulsreferaten.

Nach den Grußworten des Hausherrn Reinhard Rawe vom Landessportbund und von Heidemarie Helmsmüller, Abteilungsleiterin im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung sprach Eric Jürgensen vom BMELV über die Vernetzungsstellen Schulverpflegung im Rahmen von IN FORM. Sein Fazit lautet, mit den Vernetzungsstellen gehe IN FORM den richtigen Weg, doch diese seien längst noch nicht überall bekannt, die Prozesse in Schule seien langwierig, Veränderung brauche immer auch Zeit.

In ihrem Vortrag „Für das Leben lernen – Ernährungsbildung als Aufgabe für Unterricht und Schulverpflegung“ wies Prof. Dr. Kirsten Schlegel-Matthies vom Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit von der Uni Paderborn eindringlich darauf hin, wie wichtig es ist, sowohl den Aspekt der Ernährungsbildung, als auch Essen und Trinken selbst und dessen Zubereitung als selbstverständlichen Teil in den schulischen Alltag aufzunehmen. Das Wissen um die Herkunft, Zusammensetzung und Zubereitung von Lebensmitteln sei Kulturwissen und damit auch in der Schule wesentlich.

Prof. Dr. Ulrike Arens-Azevedo von der Hochschule für angewandte Wissenschaft Hamburg beleuchtete den Qualitätsaspekt in der Schulverpflegung. Sie stellte verschiedene Qualitätsmanagementsysteme vor und diskutierte die Anwendbarkeit für die Schule. Als Ergebnis stellt sie fest, dass Organisation und Rhythmisierung einen entschiedenen Einfluss auf den Lernerfolg in der Schule haben. Daher sollte die Möglichkeit der Aufnahme von kleinen Zwischengerichten und einer warmen Mittagsmahlzeit bei der Organisation in der Schule eine zentrale Rolle spielen. Zur Optimierung der Ernährungssituation in der Schule müssen Zuständigkeiten klar geregelt sein. Ein entsprechendes Schnittstellenmanagement der Beteiligten sei entscheidend. Die Einführung der Qualitätsstandards für die Verpflegung in Schulen könne einen Beitrag zur Verbesserung der Ernährungssituation leisten.

Ein bewährtes Modell aus der Praxis stellten Rolf Otto und Ines Bloch vom Mensaverein der Offenen Schule Waldau in Kassel vor. Sie berichteten in einem lebendigen Vortrag, wie es in Kassel gelungen ist, eine breite Akzeptanz der Schüler, Lehrer und Elternschaft für das gemeinsame gesunde Mittagessen in der Mensa zu gewinnen. Ein Schlüsselelement sei es dabei gewesen, das Verlassen des Schulgeländes zu verbieten und die Teilnahme am Mittagessen bei der Anmeldung neuer Schüler an der Schule verpflichtend zu machen. Damit sei es in Waldau gelungen eine Schulkultur zu schaffen, in der das Mittagessen als selbstverständlich etabliert sei.

Im Anschluss an die Vorträge konnten sich die Teilnehmer in elf verschiedenen Impulsreferaten und zwei Gesprächsrunden intensiver mit verschiedenen Aspekten der Schulverpflegung beschäftigen. So stelle die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) unter dem Titel „Warum Schulmilch nicht von gestern ist“ ihre Frühstücksprojekte für Grund- und Weiterführende Schulen vor. Die Resonanz darauf war bei den Teilnehmern sehr gut und es ergaben sich interessante Fachgespräche und Kontakte.

LVN/ Möhring

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