Thünen-Institut lehnt Milchmarktsteuerung ab

Thünen-Institut lehnt Milchmarktsteuerung ab

Unter anderem würde damit die individuelle Entscheidungsfreiheit von Erzeugern beschränkt, der Marktzutritt für Neueinsteiger erschwert und der Strukturwandel gehemmt. Rückwirkungen auf andere Agrargütermärkte seien wahrscheinlich, und vor allem Verbraucher würden benachteiligt. Darüber hinaus erwartet das TI zusätzliche Bürokratie und Kosten, während es die preisstabilisierende Wirkung einer EU-weiten Regulierung in Frage stellt.

Bereits die notwendige Erhebung der Daten halten die Wissenschaftler für schwierig. Eine effiziente Marktsteuerung könne nur mit zeitnah verlässlichen Marktinformationen vorgenommen werden. Die Preis- und Mengeninformationen für den europäischen Binnen- und den Weltmarkt seien systembedingt mindestens zwei Monate alt. „Bevor eine Marktkrise erkannt wird und die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden können, kommt die Hilfe für die Marktbeteiligten bereits zu spät“, heißt es in dem Arbeitspapier.

Das TI bewertet insbesondere eine Analyse des Büros für Regionalentwicklung (BAR) in Kassel. Das BAR sieht in einer Monitoringstelle mit allgemeinverbindlicher Entscheidungsbefugnis für alle europäischen Milcherzeuger eine gute Möglichkeit, um das Milchangebot der Nachfrage anzupassen. Ein solcher Mechanismus würde nach Ansicht des EMB kostenneutral für den EU-Haushalt sein, für eine Stabilisierung des Milchpreises sorgen und damit für die Vermeidung weiterer Krisen.
AgE

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