Trinkmilchpreise leider auf neuem Tiefststand | Wer bekommt was?

Trinkmilchpreise leider auf neuem Tiefststand | Wer bekommt was?

Auf Nachfrage der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) hat das ife Institut für Ernährungswirtschaft Kiel e.V. uns kurzfristig die aktualisierte „Milchtüte“ zukommen lassen. Hieraus ist ersichtlich, welchen Erlös die Molkereien an ihre Erzeuger rechnerisch auszahlen können, wenn der Preis von 46 Cent je Liter Frischmilch zu Grunde gelegt wird. Im Vergleich dazu haben wir die Daten einer „Milchtüte“ aus 2015, als Trinkmilch 55 Cent je Liter gekostet hat, herangezogen.

Bei einem genauen Vergleich dieser Daten kann schnell erkannt werden, dass der Großteil der Kosten, die in 2015 den Molkereien entstanden sind, um einen Liter Trinkmilch herzustellen heute nahezu identisch sind. Während die Kosten für die Verpackung (-0,5 Cent) und Lagerhaltung (-0,2 Cent) zurückgingen, legte die Marge des LEH um 0,1 Cent zu. Dies führt dazu, dass durch den Rückgang von 55 auf 46 Cent (-9 Cent) der Erzeugerpreis um 7,8 Cent sinkt.

Im gleichen Zuge hat der LEH weitere Milchprodukte „verbilligt“: z. B. Junger Gouda 450g von 1,89€ auf 1,79€, Frischkäse 300g von 0,79€ auf 0,75€ und Butter 250g von 0,75€ auf 0,70€.

Die nebenstehende Grafik zeigt die Rohmilchverwertung in Deutschland in 2014. Hier ist deutlich zu erkennen, dass der Anteil der Trinkmilchverwertung mit 15% deutlich geringer ausfällt als die Käseverwertung mit 45% und somit auch einen geringeren Anteil am Milchauszahlungspreis hat, als der zurzeit auch nicht zufriedenstellende Käsepreis.
LVN/Gebhardt

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