Weitere Ergebnisse zur Dioxinproblematik

26. November 2009

Weitere Ergebnisse zur Dioxinproblematik

Durch den Vergleich der neuen Ergebnisse mit den Umweltdaten konnten die bisher nicht plausibel zu erklärenden Unterschiede zwischen den Futtermittel- und Umweltproben ausgeräumt werden. Die bislang aus dem Kompartiment Futtermittel abgeleitete Sondersituation im Emsbereich kann in der Tendenz nicht aufrecht erhalten bleiben. Futtermittelrechtlich kann in dieser Region kein höheres Risiko mehr gesehen werden, als in anderen Überschwemmungsgebieten.

Auf Grund der Auswertung der neuen Ergebnislage im Bereich der Futtermittel kann auch die Annahme nicht mehr aufrecht erhalten bleiben, dass Produkte von Tieren, die auf landwirtschaftlichen Betrieben mit Flächen im Vordeichbereich der Ems gehalten werden, grundsätzlich erhöht belastet sind.

Die Umweltdaten weisen weiterhin auf keine Sondersituation im Bereich der Ems hin.

Eine Risikobewertung aus futtermittelrechtlicher Sicht beinhaltet die Ableitung, dass bei Nichteinhaltung der guten landwirtschaftlichen Praxis und der Bewirtschaftungsempfehlungen das Risiko einer Kontamination der Futtermittel mit Dioxinen steigt. Den Empfehlungen der Landwirtschaftskammer kommt daher eine erhebliche Bedeutung zu.

Zur Erhärtung der Futtermittelergebnisse sind in der nächsten Aufwuchsperiode weitere Untersuchungen durchzuführen. Vornehmlich soll das auf den Flächen geschehen, auf denen das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie den Boden untersucht hat.

Dieses Resümee zog Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke aus dem niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung in einem informellen Gespräch mit der Verantwortungsgemeinschaft Ems. Diesen Kreis aus Vertretern der Landwirtschaft, den Untersuchungsämtern, Überwachungsbehörden und Abgeordneten des niedersächsischen Landtags hatte Staatssekretär Ripke seinerzeit ins Leben gerufen, um ein koordiniertes Handeln hinsichtlich der Dioxin- und dl-PCB-Problematik an der Ems sicherzustellen.

Aufgrund der neuen Erkenntnisse sei eine besondere Belastung im Bereich der Ems nicht mehr erkennbar, stellte Staatssekretär Ripke fest und machte deutlich, dass ein spezielles Handeln, das über die Maßnahmen in anderen Überschwemmungsgebieten hinausgehe, nicht mehr erforderlich sei. Die Sperrverfügungen für vermeintlich belastete Flächen sowie die Risikoverfügungen für einige Tierhaltungsbetriebe seien deshalb zurückgezogen worden. Staatssekretär Ripke lobte die Mitarbeit der Verantwortungsgemeinschaft. Das Gremium habe sich hervorragend bewährt. Er bedankte sich vor allem bei den betroffenen Landwirten und Schäfern für das kollegiale Miteinander.

ML/Hannover

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