Zuversicht am Milchmarkt | Berliner Milchforum mit Teilnehmerrekord
„Am Milchmarkt herrscht eine sehr gute Grundstimmung. Milch und Milchprodukte sind weiterhin gefragt – im Inland wie auf den Exportmärkten“. Mit dieser Einschätzung waren sich der Milchbauernpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Udo Folgart, und der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes, Dr. Karl-Heinz Engel, nach dem 5. Berliner Milchforum einig. Namhafte Milchexperten aus dem In- und Ausland analysierten die Entwicklungen auf den internationalen Märkten und entwickelten Strategien, um mit der Milchwirtschaft im ländlichen Raum noch mehr Wertschöpfung zu erhalten. Das Forum fand zum fünften Mal statt und verzeichnete 500 Teilnehmer aus Landwirtschaft, Molkereien, Politik und Wissenschaft, die über das Thema „Milcherzeuger und Molkereien im internationalen Wettbewerb – Wie geht es weiter?“ eingehend diskutierten, berichten die Veranstalter.
Treibende Kraft für die Zuversicht auf dem heimischen Milchmarkt sei derzeit der gefestigte Inlandsmarkt und der Export. Der Milchmarkt böte keinen grundlegenden Anlass, die Preise „niedrig zu reden“. Eine Preissenkung wie zuletzt bei Butter sei ein „falsches Signal“, auch weil Lebensmittelhandel und Landwirtschaft gemeinsam mit der Initiative Tierwohl, Fortschritte bei den Haltungsbedingungen der Nutztiere erreichen wollten, die letztlich über die Verbraucherpreise honoriert werden müssten.
Da der Inlandsmarkt weitgehend gesättigt sei, werde der Milchpreis für die Milchbauern auch vom Export maßgeblich mitbestimmt. 50 Prozent der in Deutschland erzeugten Milch würden heute bereits in EU-Länder und Drittstaaten exportiert. Es sei gelungen, dass auch bei der Milch und deren Produkten „Made in Germany“ ein Zeichen für Qualität und Produktinnovationen geworden sei.
Der Vorsitzende des Milchindustrieverbandes, Dr. Engel, hob in seinem Resümee des Milchforums die Chancen auf dem Milchmarkt sowie gemeinsame Strategien im Marketing und in der Branchenkommunikation hervor. Angesichts der Entwicklungen auf den Märkten sei es ein besonderes Anliegen der Molkereien, dass die Exportförderung strukturell verbessert werde. „Wir brauchen von der Politik ein Klima der Unterstützung“, forderte Engel. In der öffentlichen Diskussion müsse man deutlicher machen, dass dazu keine Exporterstattungen mehr gehörten. Bauern wie Molkereien seien heute Nutznießer von offenen Märkten, weshalb fair ausgehandelte Handelsabkommen auch mehr Chancen als Risiken bergen würden. Im Rahmen des zweiten Vortragsteils war der Blick u.a. zu den französischen und niederländischen Nachbarn und insbesondere auf Kommunikationsstrategien gerichtet. In diesem Themenblock stellte Jan Heusmann, Vorstandsvorsitzender der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. seine Vorstellungen unter „Eine Kommunikationsstrategie für die deutsche Milchwirtschaft: Was ist zu tun?“ vor. Er konstatierte, dass die öffentliche Wahrnehmung der Milchwirtschaft insgesamt gut sei. Aus verschiedenen Gründen stehe die Milcherzeugung bisher weniger in der Kritik der Öffentlichkeit als andere Bereiche der tierischen Produktion, z.B. die Qualitätssicherung spiele in der Milchwirtschaft traditionell eine große Rolle, moderne Milchviehbetriebe investieren schon lange in Kuhkomfort. Die Bewegungsfreiheit in modernen Boxenlaufställen und das daraus resultierende mögliche natürliche Sozialverhalten der Kühe tragen zur Akzeptanz in der Öffentlichkeit bei.
Zuletzt wurde jedoch auch an der Milchviehhaltung häufiger Kritik vorgetragen, was sich nach seiner Einschätzung zukünftig noch verstärken könnte. Es gebe viele gute Gründe warum die Milchviehhalter so produzieren, wie es heute geschieht. Jeder Landwirt – egal in welcher Region – sei hier gefragt, sich und seinen Betrieb zu öffnen und seinem Umfeld die Produktionsweise zu erklären. Solche Initiativen müssten durch Informationsmaterial oder auch durch die Erarbeitung geeigneter Schulungskonzepte und Materialien, z.B. was die Hofbesuche von Kindergärten und Schulen betrifft, unterstützt werden.
Als strategischer Ansatz für die Zukunft zeigte er den Bedarf für einen bundesweit agierenden Verband der gesamten Milchbranche auf, der einerseits die Aufgaben und Projekte der Bundesländer koordinieren und diese andererseits mit den Aufgaben des QM-Milch e.V. in der Qualitätsarbeit zusammenführen sollte – und zudem auf internationalem Parkett fachkompetent vertritt.
Gerade in der Koordinierung und flächendeckenden Durchführung der Maßnahmen zur Branchenkommunikation liege eine große Chance für die gesamte Wertschöpfungskette der Milch. Branchenkommunikation könne ein Branchenverband effizienter durchführen und in der Qualitätsarbeit werde einem Branchenverband eher eine neutrale, glaubwürdige Position zugetraut als einzelnen Unternehmen und Interessenverbänden.
Alle 7 Vorträge sind einsehbar unter: https://www.bauernverband.de/5-milchforum-2014
Das 6. Berliner Milchforum wird am 12./13. März 2015 stattfinden.
DBV/MIV/LVN
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