„Carbon Footprint“ von Produkten – Methodik und Kommunikation

„Carbon Footprint“ von Produkten – Methodik und Kommunikation

Am 28. April 2008 fand im Presse- und Besucherzentrum des
Deutschen Bundestags eine gemeinsame Veranstaltung des Umweltbundesamtes (UBA),
des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und
des Ökoinstituts zum Thema“Carbon Footprint von Produkten“statt. (Carbon
Footprint: Maß der Treibhausgasemissionen, ausgedrückt in CO2-Einheiten) Im
Fokus der Veranstaltung stand die Berechnungsmethode der produktbezogenen
Treibhausgasemissionen, an deren Erarbeitung im Rahmen eines Pilotprojektes
intensiv gearbeitet wird, das im April dieses Jahres gestartet wurde.

In seinem Eröffnungsvortrag wies Dr. Ulf Jäckel auf die
Aktivitäten des BMU in Bezug auf Carbon Footprint hin. Das BMU stellte sich in
diesem Zusammenhang folgende Ziele:

· Vermeidung der Verbraucherverwirrung, · Vergleichbarkeit
der Ergebnisse, · Verwendung einer ambitionierten, einfach anzuwendenden und
einheitlichen Methodik, · Verwendung einheitlicher Kommunikationsformen.

Herr Jäckel erklärte, dass das BMU erste Vorschläge zur
freiwilligen Kommunikation der produktbezogenen Emissionen nach Erarbeitung der
Berechnungsmethode machen wird. Aus den Aussagen von Herrn Jäckel ging nicht
klar hervor, ob es sich dabei um ein neues Label handeln wird oder ob die
Kommunikation mit Hilfe der bestehenden Öko-Zeichen erfolgen wird.

Dr. Reiner Grießhammer vom Ökoinstitut sprach in Hinblick
auf die Entwicklung und Vereinheitlichung der Berechnungsmethodik die
Integration der PAS 2050-Norm an, die in Großbritannien von BSI British
Standards und Carbon Trust bereits entwickelt wurde. Auch er verwies auf die
große Gefahr der Verbraucherverwirrung durch verschiedene Zeichen und
Berechnungen. Laut Grießhammer sollen die wesentlichen Linien für die
Berechnung bis Ende 2008 klar sein.

Zu diesem Thema plant dasÖkoinstitut einen geschlossenen
Workshop zu organisieren, wo an der Entwicklung der einheitlichen Methodik
gearbeitet werden soll. Noch problematischer erscheint die internationale
Harmonisierung. Frau Dr. Andrea Fluthwedel aus dem Deutschen Institut für
Normierung (DIN) gab Auskunft darüber, dass auch das DIN international am
Labeling und Footprinting im Rahmen eines neu gegründeten Subcommittees“Treibhausgasmanagement und verwandte Aktivitäten“arbeitet. Die
Arbeitsgruppe leitet im Rahmen ISO/TC 207 Herr Dr. Chan aus Malaysia. 

Herr Collin
Macleod aus dem britischen Departement for Environment, Food and Rural Affairs (DEFRA)
schilderte die Aktivitäten in Großbritannien, die zur Entwicklung des Zeichens
„Carbon Trust“ führten. Herr Macleod sprach leider nur sehr allgemein die
PAS 2050-Norm an.

 

Abb.
1: Britisches Zeichen„Carbon Trust“

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellte Dr. Peter Saling
einen produktbezogenen BASF-Ansatz zur Ermittlung der CO2-Bilanzen vor. Dr.
Michael Arretz (Systain Consulting / Otto Group) sprachüber Kooperationen in
der Textilkette zur Erstellung von CO2-Bilanzen. Abschließend hielt Herr
Christian Hochfeld vom Ökoinstitut einen Vortrag über Strategien der
Kommunikation. Er äußerte sich kritisch zu den zur Zeit in Deutschland
vorhandenen Labels, stellte das britische Zeichen“Carbon Trust“vor
und wies darauf hin, dass die Kommunikation ein weiterer Schritt ist.

Alle drei Monate wird dasÖkoinstitut über Fortschritte
seiner Arbeit in Form von Newslettern berichten. Im Frühling nächsten Jahres
plant das Institut eine weitere Veranstaltung, um die Ergebnisse des Projektes
vorzustellen. 

VDM/LVN

Ansprechpartner für diesen Bereich

Claudia Renner
M. A. Literatur- und Medienwissenschaften 
Öffentlichkeitsarbeit
0511 / 85653-48
renner@fokus-milch.de

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