Lebensmittelpreise waren 2019 stabil

Für Milch und Milchprodukte zahlten Verbraucher 4,3 % weniger als 2018

31. Januar 2020

Trotz einiger hoher Preisaufschläge in verschiedenen Warengruppen konnten frische Lebensmittel von den Verbrauchern 2019 zu stabilen Preisen eingekauft werden. Einzelne Warengruppen waren günstiger als im Vorjahr und wirkten den Teuerungen entgegen.

Quelle: Ami

In den beiden vorangegangenen Jahren fiel die Teuerung frischer Lebensmittel, dem AMI-Frischeindex zufolge, mit 6,0 % in 2017 und 3,0 % in 2018 deutlich höher aus. Im Jahr 2019 blieb das Preisniveau mit einer Teuerungsrate von 0,5 % dagegen relativ stabil. Zum Jahresanfang konnten frische Lebensmittel sogar günstiger eingekauft werden als im Vorjahr. In den Sommermonaten verteuerten sich diese zwischenzeitlich um 2,8 %. Insbesondere niedrigere Preise in den Warengruppen Milch, Milchprodukte, Eier und Obst wirkten den höheren Preisen von Fleisch, Gemüse und Kartoffeln entgegen.

Schweinefleischpreise zogen an

Obwohl bereits im März die Schlachtschweinepreise deutlich gestiegen waren und weit über dem Vorjahresniveau lagen, hatte dies im April noch keine Auswirkungen auf die Verbraucherpreise gehabt. In den folgenden Monaten verschärfte sich jedoch die Situation auf Erzeugerebene. Im Juni 2019 lagen die Einstandspreise der Schlachthöfe für die fertigen Mastschweine knapp 30 % über dem Vorjahresmonat. Einerseits wurden weniger Schweine geschlachtet, andererseits wurde mehr Ware nach China exportiert. Hier war aufgrund der grassierenden Afrikanischen Schweinepest und der damit verbundenen starken Produktionsausfälle die Nachfrage nach ausländischer Ware sehr hoch. Erst im Juli wurden die Preise für einige Schweinefleischartikel aus dem Basissortiment des LEH erhöht. Die Verbraucher zahlten unter anderem für Schweinefilet, Bratwurst und gemischtes Hackfleisch mehr. Letzteres kostete 20 Ct/kg mehr als einen Monat zuvor und damit 4,98 EUR/kg. Das Kilogramm frische grobe Bratwurst verteuerte sich um 50 Ct. Die Teuerungsrate für frisches Schweinefleisch stieg im Dezember sogar auf knapp 11 % und war damit einer der Treiber der Teuerung in der zweiten Jahreshälfte.

Milchpreise wirkten Lebensmittelteuerung entgegen

Für Milch und Milchprodukte zahlten die Verbraucher dagegen 4,3 % weniger als 2018. Im Gegensatz zu den Vorjahren trieben die Milchpreise 2019 somit nicht die Lebensmittelteuerung. Die Preise für Deutsche Markenbutter wurden bis September 2019 in fünf Schritten zurückgenommen. Statt 1,69 EUR wie zu Jahresanfang kostete das 250-Gramm-Päckchen im Preiseinstiegssegment im September nur noch 1,29 EUR. Im Oktober erfolgte zwar ein Aufschlag von 10 Ct auf 1,39 EUR, die Preise lagen damit aber noch immer weit unter dem Vorjahresniveau von 1,79 EUR/250 g.

Im Gegensatz zu Butter verteuerte sich Milch über zwei Schritte bis zum Jahresende. Kontraktbedingt wurden die Preise im Mai und im November für Artikel aus dem Basissortiment des LEH erhöht. Die Preiserhöhungen fielen mit 1 Ct/l im Frühjahr und 2 Ct/l im Herbst 2019 jedoch gering aus. Sowohl Vollmilch als auch fettreduzierte Milch kosteten ab Mai dennoch mehr als im Vorjahr.

Für einige Käseartikel im Basissortiment des LEH erfolgten 2019 ebenfalls zwei Preisrunden. Während im Frühjahr die Preise zurückgenommen wurden, verteuerten sich einzelne Standardartikel im Herbst. Im Oktober 2019 kostete geschnittener junger Gouda damit rund 40 Ct/kg mehr als einen Monat zuvor und somit 5,56 EUR/kg. Neben Schnittware verteuerten sich auch Stückware sowie Mozzarella.

      Auszug aus AMI

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