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Gentechnik in der Landwirtschaft

Begriffsdefinition

Gentechnik beschreibt Verfahren, die dazu führen, dass die Gene eines Lebens- oder Futtermittels verändert werden. Dabei entstehen Veränderungen, die auf natürliche Weise durch Kreuzen oder Rekombination verschiedener Gene nicht möglich geworden wären. Lebens- oder Futtermittel, welche durch gentechnische Verfahren verändert wurden nennt man auch „gentechnisch veränderte Organismen“ (GVO). Wenn diese Produkte produziert werden, muss ein Unternehmen besondere Angaben zur Gentechnik die verwendet wurde machen und das gentechnische Verfahren muss vorher durch verschiedene Instanzen zugelassen werden.1,2

Produktion von GVO

Um das Genmaterial von Organismen zu verändern, kann man sich verschiedener Techniken bedienen. Es besteht einerseits die Möglichkeit einzelne Gene an- oder auszuschalten. Das bedeutet, dass dann bestimmte Vorgänge im Organismus gestoppt oder gestartet werden. Eine weitere Möglichkeit ist es, fremde Gene in das Genmaterial von Organismen einzubauen. Dazu wir meist die so genannte Crispr-Cas9 Genschere genutzt. Gentechnische Veränderungen werden zum Beispiel bei Pflanzen vorgenommen, um sie resistenter gegen Umweltbelastungen und Schädlinge zu machen.1,3

Umwelt und Gesundheit

Das Ziel der gentechnischen Veränderung war und ist es Lebensmittel zu entwickeln, welche die Landwirtschaft nachhaltiger machen, besonders gesund sind und trotz sich schnell verändernder Klimabedingungen angebaut werden können. Verschiedene Organisationen, wie z.B. Verbraucherzentralen, weisen jedoch daraufhin, dass GVO die Artenvielfalt gefährden können. Zudem fürchten sie, dass genetisch veränderte Lebens- oder Futtermittel sich unkontrolliert verbreiten, wenn sie einmal im Freiland angebaut werden. In der EU haben Mitgliedsstaaten aus diesen Gründen die Möglichkeit den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen oder auch Futtermitteln zu verbieten. Deutschland ist eines der Länder, welches solche Verbote bereits eingesetzt hat.3,4,5

Welchen Einfluss gentechnisch veränderte Lebensmittel auf unsere Gesundheit und die unserer Umwelt haben, ist oft noch unklar.

GVO in der Milchwirtschaft

Im Bereich der Milchwirtschaft wird Gentechnik nur bei der Herstellung von Futtermitteln verwendet. Die gentechnische Veränderung von lebenden Organismen, wie z.B. Kühen, ist in Deutschland verboten. Auch der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ist in Deutschland verboten. Somit können nur zugekaufte Futtermittel aus anderen Ländern durch die Verwendung von GVO entstanden sein. Falls jedoch Produkte in den Umlauf kommen, die GVO enthalten, müssen diese dementsprechend gekennzeichnet sein. Allerdings gibt es für tierische Lebensmittel hier eine Ausnahme. Wenn Tiere mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert wurden, muss dies auf der Verpackung nicht gekennzeichnet werden. Um jedoch für Klarheit zu sorgen, kennzeichnen viele GVOfreie Milchproduzenten ihr Produkt mit dem Aufdruck „ohne Gentechnik“. Auch ein Bio-Siegel steht für GVO-freie Produkte.5,6 Um beim Einkaufen gentechnikfreie Produkten zu erkennen, kann man auf die folgenden Bio-Kennzeichen oder auf den das Logo „Ohne Gentechnik“ achten.6


Quellen:

1Bundesministerium für Gesundheit (2015); Gentechnik

2Milchindustrie-Verband e.V. (MIV 2021); Sachstand zur Gentechnik

3Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND 2022); Ökologische Risiken der neuen Gentechnikverfahren

4BVL (Stand 2023) – Nationale Verbote

5Verbraucherzentrale Bundesverband (Stand 2023); Gentechnik in der Landwirtschaft

6Verbraucherzentrale NRW (2023); Gentechnik: Was die Kennzeichnung verrät