Das Güllefass als fahrendes Labor?

Neueste Technik in der Landwirtschaft dank Nahinfrarotsensoren

16. Oktober 2020

Während der Gülleausbringung misst der Nahinfrarotsensor (NIRS) Nährstoffgehalt der Gülle und passt die Ausbringmenge an. Damit ist es möglich, Gülle teilflächenspezifisch auszubringen.

Ist das Landwirtschaft der Zukunft? Landwirte wissen, wie viele Nährstoffe in ihrer Gülle stecken. Sie ziehen Proben und lassen die Gülle im Labor untersuchen. Doch wichtige Nährstoffe wie Stickstoff sind in der Gülle sehr unterschiedlich verteilt, die Gehalte schwanken manchmal von Fass zu Fass. Ein Nahinfrarotsensor, kurz NIRS, macht aus dem Güllefass ein fahrendes Labor.

Gülleausbringung auf dem Acker
Bildquelle: AdobeStock©Countrypixel

Während der Landwirt die Gülle auf dem Acker ausbringt, misst der Sensor am Güllefass 4.000-mal in der Sekunde die vorbeifließende Gülle in Echtzeit. Je nachdem, wie viel Nährstoffe der Sensor misst, verändert das Fass die Ausbringmenge: bei einem hohen Gehalt weniger Gülle, bei einem niedrigen Werten mehr Gülle. Stickstoff und Phosphor kommen so nicht nach einem festgelegten Volumen auf den Acker, sondern nach Kilogramm Nährstoff.

Und mit NIRS ist es möglich, Gülle nach Ausbringkarten teilflächenspezifisch zu düngen. Aufnahmen von Satelliten zeigen dem Landwirt Bereiche, in denen mehr oder weniger Pflanzen wachsen können. Zonen mit vielen Pflanzen werden mehr gedüngt, Bereich mit kargen Böden bekommen weniger Dünger. Jede Pflanze bekommt nur so viel Dünger wie sie braucht und die gesetzlichen Obergrenzen werden eingehalten. Der Getreidebestand wächst einheitlicher und wird gleichzeitig reif, was die Ernte vereinfacht. Außerdem spart man künstlich hergestellten Dünger ein.

Auszug aus agrarheute

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