

Ramona Junge-Blecken der LüneHöfe KG im Interview mit der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN).


Am 28. November 2025 war die Freude groß, als Ramona Junge-Blecken, Tim-Phillipp Junge und Christoph Burmester die Auszeichnung „Silberne Olga“ sowie den Niedersächsischen Klima-Sonderpreis auf der Bühne in Rastede in Empfang nehmen durften.
Zur Betriebsgemeinschaft LüneHöfe KG, die 2017 als Zusammenschluss von sechs Familienbetrieben gebildet wurde, gehört die Milchkuhhaltung mit 270 Kühen und 300 weiblichen Nachzuchttieren. In der Außenwirtschaft werden 880 ha landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet, davon sind mehr als 204 ha Grünland. Die Herde erbringt eine im Vergleich zum Landesdurchschnitt sehr hohe Milchleistung von 13.200 Kilogramm pro Kuh und Jahr. Die Milch wird seit dem 1. Januar 2026 an die DMK Deutsches Milchkontor eG geliefert (vorher an die Milcherfassung Uelzena eG).
Im nachfolgenden Interview mit der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) berichtet Ramona Junge-Blecken stellvertretend für die LüneHöfe KG, welche Besonderheiten den Betrieb zum Gewinner der Silbernen Olga und des Niedersächsischen Klima-Sonderpreises machen, welche Klimaschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen umgesetzt werden und welche Ziele die Betriebsgemeinschaft für die Zukunft verfolgt.
Herzlichen Glückwunsch zu gleich zwei Auszeichnungen! Welche Bedeutung haben die Silberne Olga und der niedersächsische Klima-Sonderpreis für die LüneHöfe KG und Ihre gemeinsame Arbeit als Betriebsgemeinschaft?
Vielen Dank für die Glückwünsche! Die Silberne Olga und der Niedersächsische Klima-Sonderpreis haben nach der Ankunft in Echem ihren Platz im Büro bezogen und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Besucherinnen und Besucher unseres Hofes können sie jeden Tag ansehen. Beide Preise sind großartige Auszeichnungen, die wir nur als Team erreichen konnten. Schön ist, dass mit dem Klima-Sonderpreis einer unserer Grundgedanken unserer Betriebsgemeinschaft ausgezeichnet wurde. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Kreislaufwirtschaft zu leben und Ressourcen effizient einzusetzen. Dazu gehört auch, Reststoffe in einer Biogasanlage zu Strom und Wärme umzuwandeln sowie auf dem Dach Strom aus Sonne zu produzieren und diesen auch selbst zu nutzen. Diese beiden Preise sind eine großartige Anerkennung für unsere Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter und uns als Gesellschafterin bzw. Gesellschafter für das, was wir bereits erreicht haben. Vielmehr sind sie aber Ansporn in dem, was wir täglich tun, noch besser zu werden.
Die Jury lobt Ihren ausgesprochen niedrigen CO₂-Fußabdruck. Welche Faktoren tragen maßgeblich dazu bei?
Ich denke, dass zum einen unsere recht hohe Milchleistung ihren Beitrag leistet, aber auch, dass Mist und Gülle in der Biogasanlage vergoren werden, dass wir einen emissionsmindernden Bodenbelag im Kuhstall haben und dass wir auch das Füttern zum großen Teil mit elektrischer Technik erledigen und so fossile Brennstoffe einsparen können. Zudem setzen wir seit vielen Jahren kein Sojaschrot in der Fütterung ein.
Welche konkreten Maßnahmen oder Managemententscheidungen führen dazu, dass sich Ihre Kühe besonders wohlfühlen – und welche Effekte beobachten Sie dadurch im Tierverhalten oder in der Leistung?
Ein wichtiger und großer Schritt war sicherlich der Bau des neuen Kuhstalles und der Kälberställe. Hierbei war uns die Trockensteherhaltung besonders wichtig. Außerdem legen wir viel Wert auf gute Liegeboxen und trittsichere und vor allem trockene Laufgänge sowie darauf, dass der Stall nie überbelegt sein darf.
Als wir in den neuen Kuhstall eingezogen sind, haben wir uns eingebildet, ein kleines Lächeln im Gesicht der Kühe zu sehen. Keine zwei Wochen später hatten wir eine um vier Liter höhere Milchleistung pro Kuh. Das allein war auf den Stall zurückzuführen. Ebenso sehen wir es als richtig an, dass wir in die Kälberhaltung investiert haben. Wir können keine leistungsbereiten Kühe erwarten, wenn wir beim Grundstein, der Kälberaufzucht, sparen.
Der Betrieb setzt stark auf regenerative Energien. Wie verfolgen Sie damit den Aspekt der Kreislaufwirtschaft auf Ihrem Hof?
Der gesamte Mist und die Gülle werden in unserer Biogasanlage genutzt, um Strom und Wärme zu produzieren. Die Biogasanlage ist fünffach überbaut, was bedeutet, dass wir Methan speichern können und gezielt von den Motoren dann verbrennen lassen können, wenn der Strom im Netz benötigt wird. Wir können mit unserer Biogasanlage Dunkelflauten abfangen und sind so ein wichtiger Teil der Energiewende. Zudem wird die anfallende Wärme genutzt, um z. B. Wohnhäuser, Gebäude des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums (LBZ) Echem oder die Kirche zu heizen. Das Gärsubstrat wird als wertvoller Dünger auf unseren Feldern ausgebracht. Wir bauen neben den Futtermitteln für unsere Kühe (Gras und Mais) auch Kartoffeln, Zuckerrüben, Getreide und Zwiebeln an.
Frau Junge-Blecken, Sie sind mit viel Leidenschaft in der Bauernhofpädagogik aktiv. Welche Rolle spielt dieses Angebot auf Ihrem Betrieb – und was möchten Sie Kindern und Erwachsenen besonders vermitteln?
Wir möchten allen Besucherinnen und Besuchern – ob klein oder groß -, die zu uns auf den Hof kommen, unsere Liebe zu Kühen zeigen. Nur was man liebt, kann man auch wertschätzen. Und genau das ist auch unser Anliegen, warum wir die Angebote in unseren Hofalltag integriert haben – die Wertschätzung für die Tiere und für die Landwirtschaft. Ich möchte dabei nicht belehrend sein, sondern die Besucherinnen und Besucher durch eigenes Handeln zum Nachdenken anregen. Und wenn am Ende eines Tages ein Kind, das Angst vor Tieren hatte, ganz ruhig neben einem Kalb liegt oder verstanden wurde, dass alles auf dem Hof – das Stroh für die Kühe, die Biogasanlage, das Gärsubstrat für die Felder und das Getreide auf dem Halm – für den Kreislauf unseres Hofes gebraucht werden, schließe ich glücklich die Stalltür und freue mich auf den nächsten Besuch.
Wir von der LVN bedanken uns herzlich bei Ramona Junge-Blecken für das Interview und gratulieren der gesamten LüneHöfe KG noch einmal zu diesen beiden herausragenden Auszeichnungen.
LVN
Ansprechpartner für diesen Bereich








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