Wie Corona die Nachfrage nach Milchprodukten veränderte

Marktentwicklung

12. Februar 2021

Die privaten Haushalte in Deutschland haben im Jahr 2020 produktübergreifend mehr Milcherzeugnisse eingekauft. Dabei kurbelte der Corona-bedingt verstärkte Inhouse-Konsum die Nachfrage an.

Von Januar bis Dezember 2020 haben die Verbraucher in Deutschland mehr Milch und Milchprodukte nachgefragt. Im Frühjahr, während des ersten Lockdowns, fiel der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr besonders deutlich aus. Aber auch danach setzte sich diese Tendenz fort. Der Außer-Haus-Markt erholte sich im Sommer lediglich langsam, bevor dieser Bereich ein zweites Mal besonders einschneidend von der Corona-Pandemie und dem dadurch erneut verhängten Lockdown getroffen wurde. Viele Verbraucher aßen deshalb häufiger Zuhause. Dadurch kam es zu einer Verschiebung der Nachfrage – weg von den Gastronomiebetrieben hin zum Lebensmitteleinzelhandel. Vor allem Käse und Butter landeten häufiger im Einkaufswagen, der Zuwachs belief sich gegenüber dem Vorjahr auf jeweils rund 9 %.

Grafik 2020 mehr Milchprodukte eingekauft

Die Verbraucherpreise entwickelten sich im vergangenen Jahr uneinheitlich. Moderate Preissteigerungen waren beim Käse zu beobachten. Für Konsummilch mussten die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Butter wurde hingegen merklich günstiger angeboten.

Käse am deutlichsten im Plus

Bei Käse beispielsweise belief sich der Zuwachs der nachgefragten Menge 2020 gegenüber dem Vorjahr auf 9,3 %. Die Preise blieben auf der Verbraucherebene jedoch nahezu stabil. Käse wurde im vergangenen Jahr um lediglich 0,6 % teurer.

Die verstärkte Nachfrage war dabei über alle Käsesorten hinweg zu beobachten. Hartkäse verzeichnete mit 11,5 % das deutlichste Plus. Aber auch halbfester Schnittkäse (+10,8 %) und Schmelzkäse (+11,3 %) gehörten zu den besonders gefragten Sorten. Beim Schmelzkäse waren die ersten Lockdown-Monate März und April die Monate mit den größten Zuwachsraten. Schmelzkäse wurde gegenüber den Vorjahresmonaten um rund ein Viertel häufiger eingekauft. Auf Grund der langen Haltbarkeit dürfte dieses Produkt von den Verbrauchern in Zeiten der ersten Corona-Welle vermehrt eingelagert worden sein. Danach flaute das Kaufinteresse der Verbraucher ab. Eine ähnlich hohe Zuwachsrate mit 20 % war erst wieder im Dezember zu beobachten – während des zweiten Lockdowns. Bei den weiteren Käsesorten war diese Entwicklung in Zusammenhang mit den verhängten Einschränkungen des öffentlichen Lebens lediglich vereinzelt zu erkennen.

Butterpreise sind gesunken

Butter und Butterzubereitungen wurden im vergangenen Jahr ebenfalls verstärkt nachgefragt. Der Zuwachs belief sich auf 9,0 %. Hier profitierten die Verbraucher auch von niedrigeren Preisen. Sie sanken gegenüber 2019 um 7,7 %. Lediglich im August und September 2020 war Butter teurer als ein Jahr zuvor. Aber auch der Lockdown und der dadurch bedingt verstärkte Inhouse-Konsum dürften die Nachfrage angekurbelt haben.

Lediglich im August wurde weniger eingekauft als im Vorjahresmonat, was zum Teil an den hochsommerlichen Temperaturen gelegen haben dürfte. Bei den Streichmischfetten fiel der Zuwachs in der privaten Nachfrage mit 9,7 % noch etwas deutlicher aus. Der Preisrückgang hingegen belief sich gegenüber dem Vorjahresniveau auf lediglich 5,7 %. Margarine als pflanzliche Alternative konnte hingegen nicht profitieren. Die private Nachfrage stieg geringfügig um 0,6 % bei nahezu stabilen Preisen.

Auch Produkte der Weißen Linie wurden vermehrt eingekauft

Bei der Konsummilch belief sich der Zuwachs in der Verbrauchernachfrage von Januar bis Dezember auf 5,5 %. Dabei verbuchte H-Milch mit über 3,5 % Fett den deutlichsten Zuwachs mit 30,2 %. Aber auch die frische Variante in dieser Fettstufe verzeichnete mit 11,4 % ein kräftiges Plus. Der zunehmende Trend zu Weide- und Heumilch, die zumeist mit höheren Fettgehalten angeboten werden, dürfte hier der Auslöser sein. Bei der haltbaren Milch war jedoch das veränderte Einkaufsverhalten während der Corona-Pandemie die Ursache. Über alle Varianten hinweg stieg der Preis für Konsummilch in diesem Zeitraum um 5,7 %. Auch Quark und Joghurt wurden im vergangenen Jahr bei gleichzeitig eher moderaten Preisanstiegen verstärkt nachgefragt.

AMI

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