Zweite Hitzedelle beim Milchaufkommen

Milchproduktion nimmt durch große Hitze stärker ab, als gedacht

13. September 2019

Ende August zeigte sich im Zuge der erneut hochsommerlichen Temperaturen eine weitere Delle bei der Milchanlieferung in Deutschland. In Folge des Hitzestresses bei den Milchkühen ging das Rohstoffaufkommen in den Molkereien wieder deutlicher zurück.

In der 35. Kalenderwoche fielen die angedienten Milchmengen nach Berechnungen der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) bundesweit um 1,9 % geringer aus als in der Woche zuvor, für die lediglich ein Rückgang um 0,4% ermittelt wurde. Erstmals seit Anfang Juni wurden damit sowohl das Niveau von 2018 als auch von 2017 unterschritten. Das Minus gegenüber dem Vorjahr belief sich dabei auf 1,2 %. In der Summe der ersten acht Monate fiel das Milchaufkommen im Vorjahresvergleich schätzungsweise um rund 0,7 % niedriger aus. Mit der Anfang September folgenden Normalisierung der Temperaturen ist mit einer raschen Stabilisierung des Anlieferungsverlaufes zu rechnen.

Rohstoffmärkte weiter in der Aufwärtsbewegung
Saisonal steht weniger Rohstoff zur Verfügung. Teils war dies, durch die Folgen der erneuten Hitze, auch ausgeprägter der Fall. Gleichzeitig berichten die Hersteller über eine im In- und Ausland belebte Nachfrage nach Rohmilch, Magermilch und Konzentraten. Dies hat im Verlauf der ersten Septemberhälfte zu weiteren Preisanstiegen geführt. Wie bereits in den Vorwochen, waren diese auch zuletzt bei Sahne am deutlichsten ausgeprägt. Ware war hier zunehmend gesucht, und die Preise je Fetteinheit erreichten mit knapp 5 Euro wieder nahezu das Niveau vom Jahresbeginn. Auch bei Magermilchkonzentrat zogen die Forderungen der Anbieter weiter an. Zwar moderater, dennoch wurde die Eiweißkomponente der Milch in der Berichtswoche so hoch bewertet wie zuletzt Ende 2016, bevor die Interventionsbestände die Preise für Magermilchpulver und Proteinkonzentrat massiv unter Druck gesetzt hatten. Damit passen derzeit weder die Rohstoffpreise für Fett- noch für Eiweiß zu denen der Produkte. Daher veräußerten die Hersteller, wo möglich, Konzentrate eher als sie selbst zu verarbeiteten. Bei Bedarf wurde dann fertige Ware, beispielsweise bei Butter, günstiger eingekauft als dies bei eigener Herstellung gekostet hätte.
Auch Rohmilch am Spotmarkt legte preislich weiter zu und erreichte dabei mit einem Bundesmittel von 35,0 Ct/kg den bislang höchsten Stand im bisherigen Jahresverlauf.


AMI

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