Importnachfrage nach Milchprodukten wächst

Marktentwicklungen

12. November 2021

Der internationale Handel mit Milchprodukten hat sich in diesem Jahr belebt gezeigt. Bis August wurde in den mengenmäßig bedeutenden Teilmärkten zumeist mehr Ware gehandelt als im Vorjahr. Auf China entfielen große Anteile der Zuwächse.

Im Zuge der nahezu weltweit steigenden Milchproduktion haben auch die Mengen bei den bedeutenden Anbietern von Milchprodukten am Weltmarkt zugenommen. Von Januar bis August stand in der EU, den USA, Australien und Neuseeland insgesamt rund 1,5 Prozent mehr Rohstoff für die Verarbeitung zur Verfügung als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das hat zu einem höheren Angebot am Weltmarkt geführt. Die Importnachfrage stand dem aber in Nichts nach. Der internationale Bedarf an Milchprodukten hat 2021 an Dynamik zugenommen. Das führte zu einer spürbaren Belebung des internationalen Handels. In den ersten acht Monaten wurden, gemessen an den Ausfuhren der jeweils zehn größten Exporteure in den einzelnen Teilmärkten, in Milchäquivalent in der Summe rund 5 Prozent mehr Milchprodukte am Weltmarkt umgeschlagen als ein Jahr zuvor.

In den meisten Teilmärkten wurde mehr Ware gehandelt. Die Exporte von Käse stiegen von Januar bis August im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 9 Prozent, bei Vollmilchpulver gab es Zuwächse um 6 Prozent. Magermilchpulver wurde um gut 3 Prozent umfangreicher gehandelt als im Vorjahr. Anteilig die deutlichsten Zugewinne entfielen mit gut 10 Prozent jedoch auf Molkenpulver. Dazu hat in allen Fällen die stark gestiegene Importnachfrage aus China maßgeblich mit beigetragen. Bei Butter, Kondensmilch und Laktose wurden die Vorjahresmengen, trotz ebenfalls vermehrter Nachfrage aus dem Reich der Mitte, hingegen verfehlt. Chinas Importe von Milchprodukten haben sich im August uneinheitlich entwickelt. Das Niveau von 2020 wurde dennoch bei allen Produkten, außer bei Babynahrung, zumeist deutlich übertroffen. So stellte sich auch das Bild für die Kumulation der ersten acht Monate dar.

Von der Nachfragebelebung beim Vollmilchpulver profitierte vor allem Neuseeland als weltweit größter Anbieter. Das zusätzliche Magermilchpulver kam vorrangig aus den USA und Australien. Bei Molkenpulver konnten insbesondere die USA und die EU mehr Ware exportieren. Den zusätzlichen Bedarf an Käse deckten hauptsächlich die EU, die USA, Neuseeland und Belarus.

Grafik zur Importnachfrage nach Milchprodukten

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Frank Feuerriegel
Dipl.-Ing. Milch- und Molkereiwirtschaft 
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