Verbraucherpreise im Lebensmittelbereich entwickeln sich uneinheitlich

Aktuelle Marktentwicklungen

26. November 2021

Private Haushalte mussten für Strom und Gas bereits im 1. Halbjahr 2021 im Vergleich zum 2. Halbjahr 2020 im Durchschnitt 4,7 % (Destatis) mehr aufwenden.

Diese Erhöhung resultiert in erster Linie, weil der Mehrwertsteuersatz von ermäßigten 16 Prozent wieder auf den ursprünglichen Satz von 19 Prozent erhöht worden war. Ab 2022 kündigen die Gasversorger erheblich höhere Preise an. Im Durchschnitt werden die Steigerungen bei rund 24.6 Prozent liegen. Laut Meldung der Tagesschau vom 19.11.2021 liegen die Gründe für die Explosion am Gasmarkt zum einen bei den deutlich leereren Gasspeichern in Europa. Dazu kam eine Windflaute in der Nordsee, wodurch die Windkraftanlagen dort weniger Strom produzierten und mehr Gas als üblich für die Stromerzeugung verwendet werden musste.

Auch viele Stromversorger haben Preiserhöhungen angekündigt, die im Durchschnitt bei 9 Prozent liegen. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh für Gas und 5.000 kWh für Strom muss im Jahr in Summe mit Mehrkosten in Höhe von 515 € rechnen (Berechnungen aus Preisportal Check24).

Schaut man sich den Lebensmittelsektor an, so sind die Entwicklungen der Verbraucherpreise bisher uneinheitlich. Während eine frische Vollmilch im Karton im Oktober 2020 noch 0,84 €/Liter gekostet hat, ist der Preis im Oktober 2022 auf 0,88 €/Liter um 4,8 Prozent gestiegen.

Verbraucherpreise aus dem Marktbericht_26.11.2021

Die Markenbutter ist je Ziegel im Oktobervergleich 2020 zu 2021 um 0,03 € je 250 g Ziegel auf 1,34 € gestiegen. D. h. das Kilogramm Butter hat sich um 12 Cent bzw. 2,3 Prozent je kg im Verbraucherpreis erhöht. Bei Schnittkäse SB (geschnitten) hat sich der Verbraucherpreis im Vergleich um 13 Cent je kg bzw. um 2,5 Prozent erhöht.

Beim frischen Rindersteak mussten die Verbraucher im Oktober 2021 im Durchschnitt 1,30 € je kg bzw. 7,3 Prozent mehr auf die Ladentheke legen. Für frisches Rindergulasch mussten ebenfalls ca. 7 Prozent mehr gezahlt werden.

Rechnet man die höheren Verbraucherpreise der genannten Milchprodukte mit den pro Kopf-Verbräuchen hoch, so ergäbe sich für den durchschnittlichen Musterhaushalt mit 4 Personen eine jährliche Mehrbelastung von ca. 14,00 €.

Aufgrund der steigenden Kosten für Energie, Rohstoffe und Betriebsmittel müssen zwangsläufig auch die Verbraucherpreise für Milch und Milchprodukte steigen.

Das modellhafte Rechenbeispiel zeigt aber sehr deutlich, das sich Verbraucherpreissteigerungen im Lebensmittelbereich von der Dimension her deutlich geringer auf die Haushaltsausgaben auswirken als beispielsweise die Preise für Energie und Treibstoff.

Wenn sich bei der Butter, der Konsummilch und beim Käse die Verbraucherpreise um weitere 10 % erhöhen würden, würde dies einen Musterhaushalt im Jahr mit rund 50 € mehr belasten.

LVN/Feuerriegel

Ansprechpartner für diesen Bereich

Frank Feuerriegel
Dipl.-Ing. Milch- und Molkereiwirtschaft 
Geschäftsführung
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feuerriegel@milchland.de

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