Konsum von Milchprodukten beflügelt

Positive Marktentwicklung in 2020

23. April 2021

In Deutschland wurden 2020 wieder mehr Milcherzeugnisse verzehrt.

Bei Butter und Konsummilch zeigten sich nach längerfristigen Rückgängen erstmals wieder Zunahmen. Ursächlich hierfür war größtenteils der Corona-bedingt verstärkte Inhouse Konsum.

Im vergangenen Jahr haben die Verbraucher in Deutschland mehr Milch und Milchprodukte eingekauft. Insbesondere während der Lockdowns, aber auch in Phasen dazwischen, landeten mehr Artikel in den Einkaufswagen. Weil der Außer-Haus-Markt je nach Corona-Lage mehr oder weniger eingeschränkt war, wurde mehr zuhause konsumiert.

Die höheren Einkaufsmengen im Lebensmitteleinzelhandel haben sich auch in den jüngst von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlichten Versorgungsbilanzen für Milchprodukte niedergeschlagen, vor allem bei Konsummilch und Butter.

Langfristiger Rückgang beim Milchkonsum gestoppt

Im Zuge der belebten Verbrauchernachfrage ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Konsummilch im vergangenen Jahr auf 50,9 kg gestiegen. Damit ist der langfristige Rückgang in diesem Segment zum Stillstand gekommen. Ob dies nachhaltig ist, bleibt abzuwarten. Immerhin kam es aber nach fünf Jahren mit einer Konsumabnahme um insgesamt 5,8 kg oder gut 10 % zuletzt zu einer leichten Erhöhung um 0,4 kg.

Grafik Steigerung Konsum von Milchprodukten in Deutschland 2020

Die Produktgruppe der Sauermilch-, Kefir- und Milchmischerzeugnisse verzeichnete ebenfalls einen Anstieg um 0,3 kg auf 14,4 kg/Kopf. Dies bedeutete allerdings eine Fortsetzung der in der zurückliegenden Dekade vorherrschenden, steigenden Tendenz. Sahneerzeugnisse und Joghurt gingen im Konsum derweil weiter zurück und erreichten mit 14,8 kg/Kopf beim Joghurt und 5,3 kg/Kopf bei Sahneerzeugnissen im langfristigen Vergleich neue Tiefststände.

Die auf der Produktebene teils gegenläufigen Entwicklungen haben 2020 in der Gesamtbetrachtung der Frischmilcherzeugnisse mit 86,5 kg zu einem im Vorjahresvergleich weitgehend unveränderten Pro-Kopf-Verbrauch geführt. Rückblickend hat sich der Konsum in diesem Segment damit stabilisiert, nachdem zuvor seit 2015, vorrangig durch die Verluste bei der Konsummilch, rückläufige Tendenzen vorgeherrscht hatten.

Pro-Kopf-Verbrauch von Käse erreicht Allzeithoch

Bei Käse kletterte der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland 2020 im Zuge der Zuwächse bei der Verbrauchernachfrage um 0,3 kg auf ein neues Allzeithoch von 25,4 kg. Darin waren alle Käsesorten enthalten, auch Schmelzkäse und Schmelzkäsezubereitungen. Im Laufe der zurückliegenden Dekade hat der Käsekonsum damit um 2,1 kg oder rund 9 % zugenommen.

Grafik Anstieg Käseverbrauch in Deutschland 2020

Bei den einzelnen Käsesorten verliefen die Entwicklungen im vergangenen Jahr unterschiedlich. In der Gruppe der Hart-, Schnitt- und Weichkäse, die mit rund einem Drittel den größten Anteil am Käseverbrauch ausmachen, kam es zu einem leichten Rückgang auf 7,9 kg/Kopf. Damit ist der Anstieg der vergangenen Jahre ins Stocken geraten. Ausschlaggebend hierfür waren die Abnahmen bei Hart- und Schnittkäse, während Weichkäse leichte Zugewinne verzeichnete.

Frischkäse und Pasta Filata Käse legten derweil 2020 im Verbrauch weiter zu. Frischkäse, der mit 28 % den zweitgrößten Anteil hat, erreichte dabei 7,1 kg/Kopf. An Pasta Filata Käse wurde im vergangenen Jahr je Bundesbürgen 3,8 kg verbraucht. Sauermilch-, Koch- und Molkenkäse lagen mit rund 0,6 kg/Kopf recht stabil auf dem Niveau der Vorjahre, ebenso Schmelzkäse und Schmelzkäsezubereitungen mit 1,4 kg/Kopf.

Verbrauch von Butter legt deutlich zu

Der Verbrauch von Butter erfuhr 2020 einen deutlichen Aufschwung. Das hatte bereits der Anstieg der Einkäufe seitens der privaten Haushalte um 9 % erahnen lassen. Je Kopf konsumierten die Bundesbürger im vergangenen Jahr in Produktgewicht durchschnittlich 6,2 kg Butter und damit so viel wie zuletzt 2007. In dieser Menge macht Butter mit rund 86 % den weitaus größten Anteil aus, es sind aber auch Milchfetterzeugnisse und Milchstreichfetterzeugnisse enthalten. Gegenüber dem Vorjahr legte der Verbrauch damit um rund 0,4 kg zu.

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